Schildkröten im Fokus Kleintierverlag Thorsten Geier
 
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02.10.2017

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Castellano, C. M., J. L. Behler & G. R. Ultsch (2008): Terrestrial movements of hatchling wood turtles (Glyptemys insculpta) in agricultural fields in New Jersey. Chelonian Conservation and Biology 7 (1): 113-118.

Terrestrische Wanderungen der Schlüpflinge von Waldbachschildkröten (Glyptemys insculpta) in landwirtschaftlich genutzten Flächen in New Jersey


Schlüpflinge von Glyptemys insculpta wandern nicht direkt nach dem Schlupf aus ihren Nestern zum Wasser, sondern verweilen meist für etliche Tage bis Wochen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Während dieser Zeit suchen sie Futter und wachsen rasch. Während dieser Landphase suchen sie auch Stellen mit signifikant niedrigeren Substrattemperaturen als die adulten Schildkröten auf. Ein Flächenmanagementzeitplan, der die landwirtschaftlichen Aktivitäten (Mähen) soweit nach hinten verschiebt, bis die Schlüpflinge die Überwinterungshabitate im Wasser aufsuchen, wird empfohlen.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Eine interessante Beobachtung, die zeigt, dass die Schlüpflinge erstens eine Fress- und Wachstumsphase an Land einlegen und zweitens, dass sie zumindest zeitweilig niedrigere Umgebungstemperaturen bevorzugen. Letztere Beobachtung wirft im Vergleich zu der experimentellen Arbeit von Dubois, Y., G. Blouin-Demers & D. Thomas (2008): Temperature selection in wood turtles (Glyptemys insculpta) and its implications for energetics. – Ecoscience 15 (3): 398-406 oder WiF-Archiv Fragen auf. Es sei denn, man hat hier im Freiland eine Beobachtung gemacht, die sich auf die Ruheplätze der Schlüpflinge bezieht, in die sie sich nach der Verdauungsphase zurückziehen, um ihren Wasserhaushalt an Land zu regenerieren. Sollte diese Annahme zutreffen, dann würde dieses Verhalten auf einen sehr wichtigen Aspekt bezüglich der Physiologie des Wasserhaushalts bei Schlüpflingen hinweisen, denn daraus ließe sich ableiten, dass gerade Schlüpflinge in einen Dehydrationsstress geraten, wenn sie entsprechend kühle oder kühl-feuchte Plätze bei einer Terrarienhaltung nicht aufsuchen können. Wie schnell Feuchtigkeitsstress bei manchen Spezies sich selbst morphologisch zeigt, sieht man ja auch bei Schlüpflingen von Geoemyda spengleri. bei denen sich die Zacken am Carapaxrand bei Feuchtigkeitsmangel direkt nach oben wölben. Bei anderen Arten, denen man diese Form von Stress nicht so leicht ansieht, können derartige Haltungsfehler oft erst dann auffallen, wenn sich andere stressassoziierte Erkrankungen manifestiert haben. Siehe auch Kommentar zu Baxter, P. C., D. S. Wilson & D. J. Morafka (2008): Effects of nest date and placement of eggs in burrows on sex ratios and potential survival of hatchling desert tortoises, Gopherus agassizii. – Chelonian Conservation and Biology 7 (1): 52-59 oder WiF-Archiv.




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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus