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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 19.03.2017 Share it on Facebook


Kane, L. P., M. C. Allender, G. Archer, E. Dzhaman, J. Pauley, A. R. Moore, M. O. Ruiz, R. L. Smith, J. Byrd & C. A. Phillips (2017): Prevalence of Terrapene Herpesvirus 1 in Free-Ranging Eastern Box Turtles (Terrapene carolina carolina) in Tennessee and Illinois. – J Wildl Dis.;. doi: 10.7589/2016-06-138.

Das Vorhandensein von Terrapene-Herpesvirus 1 bei wild lebenden östlichen Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina) in Tennessee und Illinois.


Krankheiten der oberen Luftwege wie Herpesvirusinfektionen sind für Schildkröten in Gefangenschaftshaltung weltweit bekannt und gut beschrieben, allerdings ist deren Vorkommen für wild lebende Populationen weniger gut untersucht. Um nun die Krankheitsepidemiologie für den Terrapene-Herpesvirus 1 (TerHV1) zu charakterisieren testeten wir 409 wild lebende östliche Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina) in Tennessee und Illinois auf TerHV1 in 2013 und 2014 unter Anwendung der quantitativen TaqMan-PCR. Blutproben und Abstriche von der Mundschleimhaut wurden von 365 Adulti (154 Weibchen, 195 Männchen, 16 unbekannten Geschlechts) und von 44 Jungtieren gesammelt. Die Häufigkeit der Nachweise betrug 31,3 % (n=128). Die Wahrscheinlichkeit TerHV1positive Schildkröten zu finden war im Juli erhöht (50 %; n=67) im Vergleich zum September (38 %; n=44) und May (11 %; n=17). Schildkröten, denen im Jahr 2014 Proben abgenommen wurden, zeigten eine signifikant höhere Vorkommensrate (50 %; n=98) als jene die im Jahr 2013 getestet wurden (14 %; n=30). Bei Anwendung eines statistischen Multivariantenauswertemodells nach Saison und Jahr sowie für die Interaktion zwischen Saison und Jahr zeigte sich, dass die höchste Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Schildkröten positiv sind für den Monat Juli (Odds ratio: 30,5) und September (Odds ratio: 41,8) 2014 im Vergleich zu Mai 2013. Die Vorkommenswahrscheinlichkeit zeigte keine statistisch signifikanten Unterschiede in Bezug auf den Bundesstaat in dem die Proben genommen wurden, zum Geschlecht oder in Bezug zur getesteten Altersklasse. Das Zellvolumen (25,5 %) sowie die Gesamtmenge unlöslicher Blutbestandteile (4,8 mg/dL) waren bei positiv getesteten Schildkröten signifikant höher als bei negativ getesteten Schildkröten (23,0 %; 4,3 mg/dL). Positiv getestete Schildkröten hatten eine erhöhte Konzentration an Eosinophilen, bei gleichzeitig geringer Anzahl an Lymphozyten und Monozyten. Bei den positiv getesteten Schildkröten gab es bei keinem Fall klinische Anzeichen einer Herpesvirusinfektion. Zusammenfassend muss man feststellen, dass die DNS-Nachweise für TerHV1-Infektionen eine weite Verbreitung für den Virus bei östlichen Dosenschildkröten zeigen. Das Wissen über die epidemiologische Verbreitung des Virus könnte hilfreich für zukünftige Managementmaßnahmen sowohl für wild lebende Populationen wie auch für die Haltung in menschlicher Obhut sein.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier stellt sich natürlich die Frage, wie lange diese anscheinend natürliche Belastung mit TerHV1 schon besteht, denn das würde natürlich auch Aufschluss darüber geben, wie solche Viren in die Bestände in menschlicher Obhut gelangt sein könnten. Oder ist sogar der umgekehrte Infektionsweg denkbar? Darüber könnten wohl nur molekulare, phylogenetische Studien zur Virusdifferenzierung weitere Informationen liefern.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus