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Veröffentlicht: 20.11.2016 Share it on Facebook


Santos, X., A. Badiane & C. Matos (2016): Contrasts in short- and long-term responses of Mediterranean reptile species to fire and habitat structure. – OECOLOGIA; 180: 205–216.

Gegensätze bei den kurzfristigen- und langfristigen Reaktionen mediterraner Reptilienarten auf Feuer und die Habitatstruktur.


Veränderungen in der Habitatstruktur stellen die Hauptfaktoren dar die erklären wie Reptilien auf Brände reagieren. Allerdings gibt es nur wenige Studien die untersuchten, wie Habitatfaktoren sich zusammen mit der Brandgeschichte und den dadurch verursachten Variablen verändern und wie Reptilien darauf reagieren. Wir gehen dabei von der Hypothese aus, dass stärker komplexe Habitate eine reichere Reptilienfauna beherbergen, wobei die artspezifische relative Häufigkeit für jede der Arten durch bestimmte Habitateigenschaften bestimmt wird. Vom Frühjahr 2012 bis 2014 untersuchten und überwachten wir 25 Transekte in der Region Albera (Nordost-Spanien). Dabei wurde die Vegetationsstruktur erfasst und es wurde das Ausmaß der Habitattypen in einer 1.000 m breiten Pufferzone um jedes Transekt erfasst und berechnet. Die vorgefundene Reptiliengemeinschaft wurde erfasst und bemessen (Artenreichtum und Häufigkeit Abundanz), und die wurden in Bezug gesetzt mit der Geschichte von Bränden (Brandhäufigkeit und Ausmaß in der Vergangenheit) sowie mit den Habitattypen unter Verwendung von generalisierten additiven Modellen. Diese metrisch erfassten Daten korrelierten zwar mit der Habitatstruktur aber nicht mit der Brandgeschichte für die jeweilige Region. Die Anzahl der Arten stieg zwar mit zunehmender Habitatkomplexität an, verringerte sich aber mit der Häufigkeit von Kieferplantatgen innerhalb der 1.000 m breiten Pufferzone. Wir fanden dabei gegensätzliche Reaktion zwischen den Reptilien in Bezug zur Zeit seit dem Brand und diese Reaktionen unterschieden sich zudem für unterschiedliche Vegetationsparameter und Habitattypen. Ein unbeabsichtigtes Brandereignis, das im August 2012 eintrat, gab uns die Möglichkeit die Reptilienhäufigkeit die vor dem Brand erfasst worden war mit der kurzfristig (1–2 Jahre) nach dem Brand erhobenen zu vergleichen. Die meisten Arten zeigten eine negative Reaktion auf das Feuer in 2012 mit Ausnahme von Tarentola mauritanica, einer Geckoart die im Gegensatz zu vielen anderen Bodenbewohnern große Felsen besiedelt. Bei den untersuchten Reptilien ließen sich gegensätzliche Reaktionen in Bezug zur Zeit seit dem Brand beobachten, die in Einklang mit einem Habitatanpassungsmodell standen, welches die Sukzession (Folgeentwicklung der Flora) beschreibt. Diese Unterschiede ergeben sich aus den spezifischen Mikrohabitatansprüchen und legen nahe, dass funktionelle Eigenschaften dazu verwendet werden können, um Vorhersagen über die artspezifischen Reaktionen auf Brände zumachen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch wenn es im Abstract nicht erwähnt wurde, sind hier auch die dort vorkommenden Schildkröten erfasst. Was die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigt entspricht eigentlich dem was man erwarten würde, denn die Reaktionen von Fauna und Flora auf Brände war und ist wie auch nicht anders zu erwarten biotop- und lebensraumabhängig insbesondere dann, wenn es sich um komplexe vielfältige Landschaftsformen handelt, in denen Brände eher sporadisch und mit katastrophenartigen Konsequenzen auftreten. Denn dort wo Brände natürlicherweise und regelmäßig auftreten etablieren sich meistens Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren, die von ihren ökologischen Ansprüchen und Verhaltensweisen her an solche Ereignisse angepasst sind. Siehe auch Kommentare zu Couturier et al., (2011),Platt et al. (2010), Rodriguez-Caro et al. (2013), Sanz-Aguilar et al. (2011).

Literatur

Couturier, T., M. Cheylan, E. Guerette & A. Besnard (2011): Impacts of a wildfire on the mortality rate and small-scale movements of a Hermann’s tortoise Testudo hermanni hermanni population in southeastern France. – Amphibia-Reptilia 32: 541–5454 oder WiF-Archiv.

Platt S.G., H. Liu & , C.K. Borg (2010): Fire Ecology of the Florida Box Turtle (Terrapene carolina bauri Taylor, 1894) in Pine Rockland Forests of the Lower Florida Keys. – Naturtal Areas Journal 30 (3) 254-260 pp oder WiF-Archiv.

Rodriguez-Caro, R. C., E. Gracia, J. D. Anadon & A. Gimenez (2013): Maintained effects of fire on individual growth and survival rates in a spur-thighed tortoise population. – European Journal of Wildlife Research 59: 911–913 oder WiF-Archiv.

Sanz-Aguilar, A., J. D. Anadón, A. Giménez, R. Ballestar, E. Graciá & D. Oro (2011): Coexisting with fire: The case of the terrestrial tortoise Testudo graeca in Mediterranean shrublands. – Biological Conservation 144: 1040–1049 oder WiF-Archiv.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus