Schildkröten im Fokus Kleintierverlag Thorsten Geier
 
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Wissenschaft im Fokus


Stevenson, P. R., C. A. Borda, A. M. Rojas & M. Alvarez (2007): Population size, habitat choice and sexual dimorphism of the Amazonian tortoise (Geochelone denticulata) in Tinigua National Park, Colombia. Amphibia-Reptilia 28 (2): 217-226.

Populationsgröße, Habitatwahl und Geschlechtsdimorphismus bei der Waldschildkröte (Geochelone denticulata) im Tinigua National Park, Kolumbien


Die amazonische Waldschildkröte, Geochelone denticulata, wurde als „vulnerable“ klassifiziert; dennoch fehlen bislang die notwendigen ökologischen und demographischen Informationen, um entsprechende Erhaltungspläne zu formulieren. In dieser Studie präsentieren wir Daten zur Populationsdichte, Habitatpräferenz, Nahrung und zu den morphologischen Maßen für eine Population, die den Tiefland-Regenwald in Kolumbien besiedelt. Wir benutzten die Linien-Transekt-Methode, um die Populationsdichte abzuschätzen, während drei unterschiedlicher Jahre und wir vermaßen und kennzeichneten 73 Individuen in zwei zusätzlichen Jahren. Die geschätzte Populationsdichte aufgrund von 158 Begegnungen war vergleichbar während der drei Jahre (41 +/- 20, 38 +/- 6, 34 +/- 8 Individuen pro km2 +/- SE). Allerdings fanden wir auffallende Unterschiede zwischen den Jahreszeiten, denn es war leicht, während der Paarungszeiten Individuen (speziell Männchen) zu finden. Es gab keine Anhaltspunkte für große saisonale Wanderungen, sodass es möglich ist, dass Individuen während der nicht reproduktiven Saison übersehen wurden, wodurch unsere Aufzeichnungen die Populationsgröße unterschätzen könnten. Aus demselben Grund könnte das während der Paarungszeit festgestellte Geschlechterverhältnis beeinträchtigt sein und zugunsten der Männchen verschoben sein, im Vergleich zu jenem, das für das ganze Jahr geschätzt wurde (1.7:1 vs. 1.2:1). Die monatlichen Dichte Abschätzungen waren signifikant mit der Paarungshäufigkeit und mit der Häufigkeit des Vorhandenseins von Früchten korreliert, waren aber nicht mit Regenfällen, der Temperatur oder der Sonneneinstrahlung assoziiert. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass Männchen möglicherweise die verfügbare Energie aus den Früchten nutzen, um ausgedehnte Wanderungen während der Paarungszeit auf der Suche nach Weibchen durchzuführen. Allerdings waren die in Bezug auf Früchte, produktivsten Waldformationen nicht die bevorzugten Habitate der Schildkröten, im Gegenteil sie wurden häufiger in Waldgebieten mit größeren Lücken (Lichtungen) gefunden. Männchen tendierten zu größeren und länglicheren Körpern als Weibchen. Dieser Befund unterstützt die Hypothese, dass Männchen häufiger wandern müssen, um Weibchen als Geschlechtspartner zu finden, wobei es von Vorteil für sie ist, einen länglichen Carapax zu haben, um sich besser durch den dichten Unterwuchs bewegen zu können. Weitere ökologische Daten von anderen geographischen Standorten sind wichtig, um die ökologische Variabilität zu erfassen, die notwendig ist, um die Besiedlungskapazität für terrestrische Schildkröten zu bestimmen. Bis jetzt lässt die demographische Struktur der Population vermuten, dass die Bejagung junger Individuen durch Beutegreifer die größte Rolle spielt.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Aus diesen Daten mag jeder sich ein eigenes Bild machen. Auffällig ist aber, dass das Fressen von Früchten anscheinend mit der Paarungszeit korreliert, was einen etwas verblüfft, denn im Regenwald sollte auch außerhalb dieser Zeiten genug fressbare Vegetation anfallen. Vielleicht ist die ja zu mager, um den Energiebedarf dieser Schildkröten während der Paarungszeit zu decken? Siehe auch: Strong & Fragoso (2006): Biotropica 38 (5): 683-686 oder WiF-Archiv.




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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus